Disziplinen bei Meisterschaften im Hubschrauberfliegen

Bei den Meisterschaften werden vier einzelne Disziplinen geflogen:

  • Navigation,
  • Fender Rigging,
  • Slalom
  • und Hover Parcours

Die Disziplin „Navigation“ gilt unter den Profis als äußerst anspruchsvolle und schwierige Aufgabe, die ein hohes Maß an Konzentration erfordert.

Beim „Fender Rigging“ überfliegt der Pilot mit an einem Seil befestigten Bootsfender einen Parkour, der mit Fässern und Tonnen ausgestattet ist. Dabei darf der Fender nicht den Boden berühren, aber auch nicht zu hoch vom Piloten geführt werden.

In der Disziplin „Slalom“ hat das Team die Aufgabe, in einer bestimmten Zeit einen abgesteckten Parkour mit einem gefüllten Wassereimer im Slalom zu überfliegen und auf einer markierten Fläche wieder abzustellen.

Bei der letzten Disziplin, dem „Hover Parcours“, legt der Hubschrauber eine bestimmte Strecke in seitlicher Lage zurück, er „hovert“, wie wir Profis sagen. In allen vier Disziplinen sind eine gute Zusammenarbeit innerhalb des Teams, Koordination sowie Präzision gefragt.

Beschreibungen der Disziplinen

Navigation

Unter Fachleuten wird der Navigations-Event als der anspruchsvollste betrachtet. Es wird überall Präzision unter hohem Zeitdruck gefordert.

Man navigiert entlang einer teilweise vorgegebenen Strecke (gestrichelte Linie). Auf dem Weg gibt es eine „Suchbox“ (zwischen „I“ und „O“), in der Sichtzeichen ausgelegt sind und von den Teams gefunden und identifiziert werden müssen. An der „Arrival-Line“ wird ein sekundengenauer Zielanflug erwartet. Anschließend soll  je einen kleiner Reissack in die Kreise eins und zwei abgeworfen werden. Jetzt gilt es schnell einen an einem Seil befestigten Kegel in eine bereitstehende Dachluke einzubringen daneben zu landen und die Flugunterlagen zur Auswertung abzugeben.

Die Strecke könnte man sich als die Route eines in Not geratenes Flugzeugs vorstellen. Nachdem sich die Besatzung nicht mehr gemeldet hat, muss das Flugzeug gesucht werden. An der Stelle der letzten Meldung wird man ein größeres Gebiet Stück für Stück genauer absuchen: unsere Suchbox.

Vielleicht findet man die Besatzung und kann nicht landen. Hilfsgüter könnten punktgenau abgeworfen werden müssen: unsere Kreise 1 und 2. Es könnte auch sein, dass es Güter gibt, die nicht abgeworfen werden können. Diese müssten dann mit einem Seil herabgelassen werden: unser sogenanntes dog-house mit Dachluke.

Alles geschieht unter Zeitdruck. Für jede Zehntelsekunde Abweichung von der vorgegebenen Zeit gibt es Strafpunkte. Die Säcke müssen im Zielkreis landen; berührt der Kegel das Dach, gibt Punktabzug. 

Achtung: Entspricht nicht dem gültigem Regelwerk.

Fender Rigging

Ein an einem Seil befestigter Bootsfender wird durch einen Parcours mit Toren und Fässern bewegt.

Die Tore dürfen von dem Fender nicht berührt werden. Dabei soll er aber doch so tief am Boden geführt werden, dass er von der Seite betrachtet durch die Tore geht. In die Tonnen soll der Fender so tief abgesenkt werden, dass das sechs Meter lange Seil sichtbar locker wird.

Da dieser Parcours relativ kurz ist, wird er von den Hubschraubern erst in einer Richtung, dann zurück in die andere Richtung durchflogen.

Abzüge für Fehler gibt es, wenn man die Tore berührt, den Boden touchiert oder die Fender von außen an die Tonnen stoßen.

Die Übung wird von den Besatzungen allgemein als einfach bewertet. Daher haben wir durch die parallele Durchführung versucht ein bisschen mehr Druck auf die Teams zu erzeugen.

Achtung: Entspricht nicht dem aktuellem Regelwerk.

Slalom

Neben präzisem Fliegen ist gute Crewkoordination nötig.

Ein Eimer, der an einem Seil befestigten ist, wird durch 6 Tore und wieder zurück in umgekehrter Reihenfolge durch die 5 ersten Tore manövriert und abschließend auf einem Tisch abgesetzt. Im Eimer befindet sich Wasser, welches nicht verschüttet werden soll.

Die Position der Tore ist links im Schema dargestellt. Vor jedem Wettkampf wird eine Flugzeit, die genaue Position und Durchflugrichtung der Tore festgelegt.

Während der Eimer an einem 5 Meter langem Seil durch den Parcours manövriert wird, soll er aus 11 Metern Höhe genau in der Mitte des Tisches abgesetzt werden.

Der Tisch ist gut am Boden verzurrt, so dass er nicht umkippen kann. Ist der Eimer auf dem Tisch abgesetzt wird die verbleibende Menge Wasser gemessen und in Punkte umgerechnet.

Bei der Zeitnahme gibt es mehrere Möglichkeiten, die vor dem Wettbwerb festgelegt werden: 1. die schnellste Zeit gilt als Maß für alle an diesem Tag, 2. es gibt eine maximale Zeit. Nur im Fall von Punktegleichstand gewinnt das schnellere Team, 3. eine genaue Zeit wird festgelegt; unter- oder überschreiten wird bestraft. 

 

Achtung: Entspricht nicht den aktuellen Regeln.

Hover Parcours

Entlang eines 50 Meter langen und 1 Meter breiten Korridors hovert der Hubschrauber in einem Höhenband zwischen 2 bis 3 Metern entlang.

Einmal schwebt er vorwärts, einmal rückwärts und jeweils in einer seitlichen Richtung. Immer soll er währenddessen in dem Höhenband über dem Korridor bleiben. (Schema siehe Zeichnung links)

An den Enden der 50-Meter-Strecke wir der Hubschrauber jeweils um die Hochachse gedreht. Zweimal um 90° und zweimal um 360°.

Nach dem letzten Durchlauf setzt der Pilot den Hubschrauber auf den Zentimeter genau auf einer 5 cm breiten Linie ab. Der Copilot spricht ihn dabei ein.

Die Höhe wird anhand von zwei am Hubschrauber angebrachter Ketten kontrolliert. Die kurze darf den Boden nicht berühren. Die lange Kette schleift am Boden und darf diesen nicht verlassen.

Entlang des Korridors stehen mit Stoppuhren bewehrte Schiedsrichter, die jede Zehntelsekunde registrieren, die sich ein Hubschrauber außerhalb des Korridors befindet. Es gewinnt die Besatzung mit den geringsten Fehlern und der schnellsten Durchführung.

Achtung: Entspricht nicht den aktuellen Regeln.